Petrochemische Anlage in Jubail, Saudi-Arabien
Hintergrund des Projekts
Die ursprüngliche Abwasserbehandlungsanlage dieses petrochemischen Werks war für eine Kapazität von 10,000 m³/Tag ausgelegt. Aufgrund einer Kapazitätserweiterung überschritten jedoch sowohl der Zulauf als auch die Schadstoffbelastung die Auslegungswerte. Das Abwasser enthielt hohe Konzentrationen an schwer abbaubaren organischen Verbindungen wie Benzolderivaten und Phenolen. Das konventionelle Belebtschlammverfahren wies eine geringe Reinigungsleistung auf und litt unter häufigem Blähschlammaufblähen. Das Werk benötigte eine Kapazitätserhöhung und eine Verbesserung der Stabilität, ohne die Anlagenfläche zu vergrößern.
MBBR-Nachrüstlösung
Das bestehende Belüftungsbecken wurde in ein zweistufiges MBBR-System (Membran-Biofilm-Reaktor) umgewandelt. In der ersten Stufe wurden vorwiegend leicht abbaubare organische Stoffe (BSB/CSB) entfernt, während in der zweiten Stufe schwer abbaubare Verbindungen und Ammoniakstickstoff abgebaut wurden. Unser MBBR-Medium (Φ 25 mm) wurde mit einem Füllgrad von 55 % eingesetzt. Die Festbett-Eigenschaften des MBBR-Systems ermöglichten eine deutlich höhere Toleranz gegenüber toxischen Substanzen im Vergleich zu Systemen mit suspendiertem Wachstum.
Nachrüstungsergebnisse
● Die Behandlungskapazität wurde um 40 % erhöht und deckt damit den Bedarf nach der Erweiterung.
● Die Effizienz der CSB-Entfernung wurde von 78 % auf 92 % verbessert.
● Blähschlammproblem vollständig gelöst (MBBR-Systeme benötigen keine Schlammrückführung und leiden nicht unter Blähschlamm).
● Die Betriebsstabilität wurde deutlich verbessert; das Abwasser blieb auch bei Schwankungen des Zuflusses konform.
● Die jährlichen Betriebskosten wurden um ca. 350,000 USD gesenkt.


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