Zellstoff- und Papierfabrik in Santiago, Chile
Hintergrund des Projekts
Das Abwasser einer Zellstoff- und Papierfabrik enthält große Mengen an Lignin, Harzsäuren, chlorierten organischen Verbindungen und anderen schwer abbaubaren Substanzen und weist hohe CSB- und BSB-Werte sowie starke Färbung auf. Die Fabrik produziert jährlich rund 300,000 Tonnen Zellstoff und leitet täglich etwa 40,000 m³ Abwasser ein. Das ursprüngliche Klärsystem war ein konventionelles Belebtschlammverfahren, dessen Leistung jedoch instabil war. Die Nitrifikation verlief insbesondere im Winter, wenn die Wassertemperaturen auf etwa 10 °C sanken, schlecht, was häufig zu Überschreitungen der Ammoniakstickstoff-Grenzwerte führte.
MBBR-Nachrüstlösung
Das MBBR-Medium wurde in das bestehende Belebtschlammbecken integriert, wodurch das System in eine IFAS-Konfiguration (Integriertes Festbett-Belebtschlammverfahren) umgewandelt wurde – im Wesentlichen eine Hybridlösung aus Belebtschlamm und MBBR. Der Füllgrad betrug 35 %, und das ursprüngliche Schlammrückführungssystem wurde beibehalten. Dieses Verfahren ist besonders effektiv, um die Nitrifikationskapazität auch bei niedrigen Temperaturen aufrechtzuerhalten.
Nachrüstungsergebnisse
● Die Effizienz der Ammoniakstickstoffentfernung stieg von 55 % im Winter auf einen Jahresdurchschnitt von 92 %.
● Die Effizienz der CSB-Entfernung wurde von 85 % auf 94 % verbessert.
● Die Behandlungskapazität wurde um 30 % erhöht, ohne dass das Tankvolumen vergrößert wurde.
● Die Biomasse erhöhte sich um etwa 40 %, was die Systemstabilität erheblich verbesserte.
● Die Schlammabsetzbarkeit wurde verbessert, der SVI-Wert wurde um 30 % reduziert.


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